B E S P I E L P L Ä T Z E

Alle DINGE sind dazu da, dass sie uns BILDER werden in irgendeinem SINN

R.M. Rilke

GÄSTEBUCH

KONTAKT

REGIE: Georgios Kapoglou
BÜHNE:
Julius Semmelmann
KOSTÜME: Heike Betz
LICHT: Ronald Kropf

ES SPIELEN:
Judith Skupien, Joseph Maisel, Michael Pöhlmann

Die 18jährige Viola heiratet in die kleinbürgerliche Familie Gröbinger ein. Die Beziehung zwischen Jens und seinem arbeitslosen Vater Erasmus Gröbinger ist ambivalent. Jens fühlt sich für seinen Vater verantwortlich, ist strebsam und möchte für seine Familie sorgen. Gleiches gilt für seine Beziehung zu Viola. Da passt es so gar nicht, dass er – der sich so gerne Zeit lassen möchte – von Viola in der Hochzeitsnacht dazu gedrängt wird, seine Liebe doch gefälligst auch auf körperliche Art und Weise, und zwar möglichst unzimperlich, zu bezeugen. Denn obwohl die junge Viola, ein Heimkind, Geborgenheit bei Jens sucht, reagiert sie verärgert, ja geradezu wütend auf dessen Versuche, sie als ein besonders reines Wesen zu verklären. Hinzu kommt, dass Viola noch immer ihrem Olaf nachhängt, der sie vor kurzer Zeit grob verlassen hat. Olaf, ein halbstarker Draufgänger, das Gegenteil von dem zarten Jens, ist immer Mittelpunkt von Violas Gefühlen und somit auch Jens` sengender Eifersucht.

Erasmus Gröbinger ist seinerseits von Viola fasziniert und doch misstrauisch: mal auf ihrer, mal auf Jens Seite, versucht er sich bei Viola einzuschmeicheln, was wiederum Jens zur Weißglut bringt. Doch Erasmus Begeisterung für Viola kippt jäh ins Gegenteil um, da er glaubt in ihr den Charakter seiner Ehefrau wiederzufinden. Schon bald findet sich Viola im Kampf zwischen Herz und Vernunft als Vermittlerin zwischen Vater und Sohn wieder – und wird so zur Angriffsfläche für Vorwürfe und Projektionen. Als Auslöser für das Aufbrechen früherer Ängste und Verletzungen wird sie schon bald von Jens und Erasmus hin und her geschubst und zum Ziel körperlicher Erniedrigung. Und dann kommt auch noch heraus, dass Viola ein Kind erwartet – von Olaf...

Nina Büttners SELBSTAUSLÖSER, mit dem sie zum Dramatiker-Workshop des Berliner Theatertreffens 2009 eingeladen wurde, ist eine schmerzhaft klare, genaue Milieustudie der Abgründe des Kleinbürgertums. Die Grausamkeit des Kleingeistigen, die Unfähigkeit zu echtem Mitgefühl und der plumpe Kampf um Anerkennung: dies alles schildert Büttner in erschreckend authentischer Nähe zu dem beschriebenen Milieu – auch in sprachlicher Hinsicht: Hochdeutsch wird in SELBSTAUSLÖSER so gut wie gar nicht gesprochen.

 

 

 





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