
Alle DINGE sind dazu da, dass sie uns BILDER werden in irgendeinem SINN R.M. Rilke |
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Wie setzt man eine Geschichte, die Wilhelmine mit ihrem Werk erzählt heute anschaulich um? Mag die Oper über 250 Jahre alt sein, die Emotionen und Konflikte sind es nicht. Einsamkeit, Machtlosigkeit und Verzweiflung; all das sind Stimmungen, die der Gesellschaft des 21. Jahrhunderts noch immer vertraut sind. Wilhelmine erzählt nicht nur die Geschichte eines scheiternden Mächtigen, vielmehr erzählt sie die Geschichte einer unterdrückten, liebenden jungen Frau, die an der Mutwilligkeit ihrer Gesellschaft zerbricht. Im Mittelpunkt des Dramas steht also nicht der Tyrann Argenore, sondern Wilhelmine selbst, in Form der Prinzessinen Palmide und Martesia. Dem Zuschauer soll die komplette Handlung aus sicht dieser beiden Protagonistinnen gezeigt werden. Beide Charaktere erleben die Oper wie einen real gewordenen Alptraum, in dem sich ihre Ängste und negativen Erlebnisse in überzeichnete Personen, wie etwa den kriecherischen Alcasto, oder den maßlos gewalttätigen Argenore, manifestieren. Innerhalb dieses Traumes erlebt man den Verfall der Macht und der heilen Welt des Rokoko, die zu Beginn der Oper scheinbar noch vorhanden ist. Aus diesem Alptraum wird letztendlich nur Martesia wieder lebendig aufwachen. Keinesfalls soll das Konzept mit musealem Charakter möglichst authentisch die historische Aufführungspraxis rekonstruieren. Vielmehr soll die Ästhetik der Barocken Bühne und des Rokoko durch den bewussten Einsatz bestimmter Elemente und Zitate dazu beitragen, dem Zuschauer auf eine ästhetisch ansprechende Art und Weise Geschichte zu erzählen. Mit Geschichte ist einerseits die Handlung der Oper, andererseits die Zeit des Rokoko und des Barock gemeint.
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